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Donnerstag, 19. Juni 2008

Abteilung Nord der Freiwilligen Feuerwehr zieht Bilanz ihrer Einsätze und ihres Engagements

Viele waren nicht ausgeschlafen, weil es nachts zuvor gleich zwei Mal Alarm gegeben hatte - aber zur Jahreshauptversammlung kamen sie dennoch pünktlich. "Auf Sie ist halt Verlass", lobte daher Thomas Schmitt, der Kommandant der Mannheimer Feuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Nord, und dankte ihr für das "wirklich hohe Engagement" im gesamten vorherigen Jahr, aber gerade wieder in der Nacht zuvor. "Weiter so", rief er den Männern und Frauen zu.

10.420 Stunden waren die 57 aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr ehrenamtlich tätig, hinzu kommen noch 29.536 Stunden Bereitschaftsdienst, rechnete Abteilungskommandant Jens Stiegel seinen Leuten in der Jahreshauptversammlung vor. Ob sie Lehrgänge besuchten, ihre Geräte warteten, sich an Übungen beteiligten, Jugendarbeit leisteten oder zu Einsätzen ausrückten - Stiegel und seine Kameraden illustrierten dies im Jahresbericht mit teils eindrucksvollen, teils witzigen Bildern.

Die spektakulärsten Einsätze waren der Brand eines riesigen Holzlagers im Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel sowie einer großen Lagerhalle im Wohlgelegen, wo die Abteilung Nord ebenso die Berufsfeuerwehr engagiert unterstützte wie in der Silvesternacht, wo sich ja immer die Kleinbrände häufen. "Hinzu kommen noch einige Unwettereinsätze", betonte Stiegel. Mitglieder der Abteilung beteiligten sich aber auch an einer Großübung bei der BASF, halfen bei der Aufstellung des Weihnachtsbaumes am Käfertaler Rathaus und standen Wache, als im Herzogenriedpark das Feuerwerk abgebrannt wurde.

Eine große Bedeutung hat in der Abteilung zudem die Jugendarbeit. "Es gab wieder einen ganzen Schwung Neuaufnahmen", berichtete Abteilungsjugendfeuerwehrwart Marc Breitenreicher. 860 Stunden waren die Mädchen und Jungen von zehn bis 17 Jahren im vergangenen Jahr aktiv, etwa beim Sommertagszug Gartenstadt, bei Martinszügen in Käfertal und auf der Schönau, bei zahlreichen Kindergarten- und Schulfesten oder dem Kinderspektakel im Luisenpark. "Bei den Kindern kommt das immer ganz gut an", so Breitenreicher.

Am 21. September wollen sich die Abteilung und ihre Jugendfeuerwehr bei einem Tag der offenen Tür der Wache Nord präsentieren. Sie hoffen sehr, dass die "Dauerbaustelle" dann spätestens fertig ist. Schließlich ist die Erweiterung der Wache Nord, in der die Abteilung residiert, zwar 1999 in Angriff genomen worden, aber noch nicht fertig: So fehlen Böden und Türen. "Aber ich denke, es geht voran, wenn auch nur in kleinen Schritten, und wir können die Bevölkerung dann durch das Gebäude führen", hofft Stiegel.

"Es ist mühsam", bestätigte Rudi Götz, der Wachleiter der Wache Nord, "aber ich bin sicher, wir kommen voran". Zugleich dankte er der Abteilung für die hervorragende, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr: "Wenn wir Euch brauchen, dann seid ihr da." Zugleich bat er die Abteilung aber, wieder eine engere Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine anzustreben. "Die Feuerwehr muss verankert sein in der Gesellschaft, das ist mir ein Herzensanliegen", so Götz.

Artikel aus dem Mannheimer Morgen vom 19. Juni 2008 
von Peter W. Ragge