| Gefahrgutunfall im Hafen |
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| Sonntag, 20. Juli 2008 | |
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Ätzende Säure beschäftigt Feuerwehr
Um 11.08 Uhr kam der Alarm – und erst nach 21 Uhr kehrten die letzten Einsatzkräfte zurück: Ein Gefahrgutunfall im Hafen beschäftigte gestern den ganzen Tag über die Feuerwehr.Der Überseecontainer kam aus Norfolk, wurde in Bremerhaven auf einen „Es war nur ein kleines Leck“, so der Notfallmanager der Bahn – und doch löst das kleine Leck schnell einen Großalarm aus. In dem Container befand sich nämlich Alkylsulfonsäure. „Ein Atemgift, gefährlich, schwer ätzend“, erläutert Dr. Hans-W. Schwenker, Leitender Notarzt, der mit dem Einsatzleiter Rettungsdienst und einer Rettungswagen-Besatzung aber rein vorsorglich bereitsteht: „Zum Schutz der Feuerwehrleute“, so Schwenker.
Über 40 Männer und Frauen sind im Einsatz, neben der Berufsfeuerwehr auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren Neckarau, Innenstadt, Rheinau und Nord. Dabei rücken die Mitglieder der Abteilung Innenstadt direkt nach einer Übung, bei der sie im leerstehenden alten Pauline-Maier-Haus Menschenrettung trainiert hatten, in die Werfthallenstraße aus. Und das eigentlich für die Abschiedsfeier eines Kollegen der Berufsfeuerwehr gerichtete Essen wird dann nachmittags kurzerhand in den Hafen gekarrt, um Der Einsatz sei nämlich langwierig und anstrengend“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Heinz Weber. Feuerwehrleute und Bahn ziehen den Waggon mit dem Container erst einmal auf das Gelände der Firma DUSS (Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene – Straße), um ihn an eine Stelle zu platzieren, deren Untergrund speziell gesichert ist. „Hier haben wir die Garantie, dass nichts in den Untergrund oder die Kanalisation eindringt“, erläutert er. Feuerwehrleute in Vollschutz-Anzügen räumen dann den Container aus. Jeder der 16 jeweils 1000 Liter Säure fassenden Kunststoffbehälter muss angepackt, aus dem Container gezerrt und geprüft werden. Per Teleskoplader heben ihn dann Kollegen zur Seite. Drei Behälter, bei denen man Lecks entdeckt, werden leergepumpt; wobei sich das verzögert, da die Säure durch die wärmeren Temperaturen am Nachmittag dickflüssiger wird.Lange halten es – gerade bei schwülem Wetter – die Einsatzkräfte nicht in den bunten Kunststoff-Anzügen aus. Ständig steht auch ein ebenso ausgerüstetes Rettungsteam bereit, um notfalls eingreifen zu können. Und wer seine Schicht hinter sich hat, wird geduscht: Mitglieder der auf Gefahrgut-Einsätze spezialisierten Abteilung Neckar der Freiwilligen Feuerwehr haben einen Dekontaminationsplatz aufgebaut, um die Kollegen sofort zu säubern, die verseuchten Spezialanzüge sicher zu verpacken. Die werden bei der BASF-Werkfeuerwehr gereinigt.
Artikel aus "Sonntag Aktuell" vom 20. Juli 2008 |







